Assuan Ausflüge – Die schönsten Sehenswürdigkeiten & Touren

Assuan Ausflüge bieten unvergessliche Erlebnisse zwischen antiken Tempeln, nubischer Kultur und majestätischen Nillandschaften. Die südlichste Stadt Ägyptens verzaubert mit dem legendären Abu Simbel, farbenfrohen Inseln und authentischem Charme. Erleben Sie die perfekte Mischung aus Geschichte, Kultur und Naturschönheit.

Assuan Ausflüge
Assuan Ausflüge

Warum Assuan ein unverzichtbares Reiseziel in Ägypten ist

Assuan gilt als die entspannteste und charmanteste Stadt Ägyptens. Während Kairo mit seiner Hektik und Luxor mit seiner Monumentalität beeindrucken, besticht Assuan durch eine einzigartige Atmosphäre der Gelassenheit. Die Stadt liegt malerisch am ersten Nilkatarakt, wo gewaltige Granitfelsen aus dem Wasser ragen und weiße Segelboote, die traditionellen Feluken, sanft über den Fluss gleiten.

Die nubische Kultur prägt die Region nachhaltig. Die bunten Häuser, die freundlichen Menschen mit ihrer dunklen Hautfarbe und die entspannte Lebensweise schaffen eine Atmosphäre, die sich deutlich vom Rest Ägyptens unterscheidet. Nubier sind bekannt für ihre Gastfreundschaft, ihre lebendige Musikkultur und ihre jahrhundertealten Traditionen, die sie trotz der Umsiedlung durch den Bau des Assuan-Staudamms bewahrt haben.

Das Klima in Assuan ist selbst im Winter angenehm warm, was die Stadt zu einem idealen Reiseziel macht, besonders zwischen Oktober und April. Die Luftfeuchtigkeit ist niedriger als in Kairo oder Luxor, was auch hohe Temperaturen erträglicher macht. Die Winter sind mild mit Tagestemperaturen um 25 Grad, während die Abende angenehm kühl werden.

Assuan dient als perfekter Ausgangspunkt für einige der spektakulärsten Ausflüge Ägyptens. Von hier aus erreichen Sie Abu Simbel, können Nilkreuzfahrten starten oder beenden und die umliegenden Tempel und Sehenswürdigkeiten bequem erkunden. Die Stadt selbst ist überschaubar und lässt sich gut zu Fuß oder mit der Kutsche entdecken.

Abu Simbel – Das absolute Highlight der Assuan Ausflüge

Abu Simbel ist zweifelsohne der Höhepunkt jedes Assuan-Besuchs. Die beiden gewaltigen Tempel, die Pharao Ramses II. vor über 3.200 Jahren in den Felsen schlagen ließ, gehören zu den beeindruckendsten Monumenten der Weltgeschichte. Die Fassade des großen Tempels wird von vier kolossalen Sitzstatuen des Pharaos dominiert, jede über 20 Meter hoch und direkt aus dem Fels gehauen.

Der Anblick dieser gigantischen Statuen ist überwältigend. Ramses II., einer der mächtigsten Pharaonen des Neuen Reiches, ließ diesen Tempel errichten, um seine Macht zu demonstrieren und die nubischen Völker im Süden zu beeindrucken. Zwischen den Beinen der Statuen stehen kleinere Figuren der königlichen Familie, und an den Seiten befinden sich gefangene Feinde – eine klare Machtdemonstration.

Das Innere des Tempels ist ebenso beeindruckend. Die Säulenhalle mit acht Osiris-Pfeilern führt durch mehrere Kammern bis zum Allerheiligsten, wo vier Götterstatuen thronen: Ptah, Amun-Re, der vergöttlichte Ramses II. und Re-Harachte. Zweimal jährlich, am 22. Februar und am 22. Oktober, ereignet sich ein astronomisches Wunder: Die ersten Sonnenstrahlen dringen 60 Meter tief in den Tempel ein und beleuchten drei der vier Statuen. Nur Ptah, der Gott der Dunkelheit, bleibt im Schatten.

Abu Simbel
Abu Simbel

Der kleine Tempel der Nefertari

Neben dem großen Tempel steht ein kleinerer, aber nicht weniger beeindruckender Tempel, den Ramses II. seiner Lieblingsfrau Nefertari und der Göttin Hathor widmete. Die Fassade zeigt sechs stehende Kolossalstatuen – vier von Ramses und zwei von Nefertari, alle gleich groß, was äußerst ungewöhnlich war und die große Liebe des Pharaos zu seiner Gemahlin unterstreicht.

Das Innere des Tempels ist mit wunderschönen Reliefs geschmückt, die Nefertari beim Opfern an die Götter zeigen. Die Farben sind erstaunlich gut erhalten und leuchten in den Farben der altägyptischen Kunst: Rot, Blau, Gelb und Grün. Die Decke ist mit Sternen verziert, die die Göttin Nut, die Himmelsgöttin, darstellen.

Die Rettung von Abu Simbel

Eine der größten archäologischen Leistungen des 20. Jahrhunderts war die Rettung von Abu Simbel. Als in den 1960er Jahren der Assuan-Staudamm gebaut wurde, drohten die Tempel im entstehenden Nasser-See zu versinken. Eine internationale UNESCO-Kampagne mobilisierte Experten aus aller Welt. Die beiden Tempel wurden in über 1.000 Blöcke zerlegt, jeder bis zu 30 Tonnen schwer, und 65 Meter höher an einem künstlichen Berg wieder aufgebaut – eine technische Meisterleistung, die vier Jahre dauerte.

Anreise nach Abu Simbel

Die Anreise nach Abu Simbel erfolgt üblicherweise auf drei Arten. Die beliebteste Option ist der Tagesausflug mit dem Bus, der sehr früh morgens um 4 Uhr startet. Die Fahrt durch die Wüste dauert etwa drei bis vier Stunden. Sie fahren im Konvoi aus Sicherheitsgründen und erreichen Abu Simbel rechtzeitig zum Sonnenaufgang, wenn die Tempel im goldenen Licht erstrahlen.

Eine komfortablere, aber teurere Alternative ist der Flug von Assuan nach Abu Simbel. Der Flug dauert nur 30 Minuten und bietet spektakuläre Ausblicke auf den Nasser-See. Sie haben etwa zwei bis drei Stunden Zeit zur Besichtigung, bevor Sie zurückfliegen. Diese Option ist ideal für Reisende mit wenig Zeit oder gesundheitlichen Einschränkungen.See also.

Die dritte Möglichkeit ist eine Übernachtung in Abu Simbel, was nur wenige Touristen wählen. Dies ermöglicht Ihnen, die Tempel in Ruhe am Nachmittag zu besichtigen, wenn die meisten Touristen abgereist sind, und am nächsten Morgen erneut zu besuchen. Das Licht am späten Nachmittag ist besonders schön für Fotografen.

Der Philae-Tempel – Juwel auf der Insel

Die Göttin Isis und ihr Heiligtum

Der Philae-Tempel, der majestätischen Göttin Isis gewidmet, gehört zu den schönsten und romantischsten Tempelanlagen Ägyptens. Die Anlage liegt auf der Insel Agilkia im Nasser-See und ist nur per Boot erreichbar, was den Besuch zu einem besonderen Erlebnis macht. Die kurze Bootsfahrt über das glitzernde Wasser stimmt Sie auf die mystische Atmosphäre des Tempels ein.

Isis war eine der bedeutendsten Göttinnen des altägyptischen Pantheons – Göttin der Magie, der Mutterschaft und der Heilung. Ihr Kult überdauerte sogar das Ende der pharaonischen Epoche und wurde noch in römischer Zeit praktiziert. Der Philae-Tempel war das letzte Zentrum der altägyptischen Religion und wurde erst im 6. Jahrhundert nach Christus geschlossen.

Architektonische Schönheit

Die Tempelanlage besticht durch ihre harmonische Architektur und exzellente Erhaltung. Sie betreten die Anlage durch einen monumentalen Pylon, dessen Wände mit riesigen Reliefs geschmückt sind, die den Pharao beim Erschlagen der Feinde zeigen. Dahinter erstreckt sich ein offener Hof, umgeben von Säulengängen mit verschiedenen Säulenkapitellen – jedes ein Kunstwerk für sich.

Das Mammisi, das Geburtshaus, ist ein besonderes Highlight. Hier wird die mythische Geburt des Horus, Sohn von Isis und Osiris, dargestellt. Die Reliefs zeigen intime Szenen der Götterfamilie und sind von außergewöhnlicher künstlerischer Qualität. Die Farbreste, die sich an einigen Stellen erhalten haben, geben einen Eindruck davon, wie prächtig diese Tempel einst aussahen.

Die Rettungsaktion und Ton- und Lichtshow

Wie Abu Simbel wurde auch der Philae-Tempel vor den Fluten des Assuan-Staudamms gerettet. Die gesamte Anlage wurde zwischen 1972 und 1980 von der Insel Philae auf die höher gelegene Insel Agilkia versetzt. Die Arbeiten waren technisch anspruchsvoll, da die Tempel zunächst von einem Damm umgeben werden mussten, um im Trockenen arbeiten zu können.

Abends findet auf Philae eine spektakuläre Ton- und Lichtshow statt, die die Geschichte des Tempels und der Göttin Isis erzählt. Farbige Lichter illuminieren die Säulen und Reliefs, während eine dramatische Erzählung die mythologische und historische Bedeutung des Ortes zum Leben erweckt. Die Show wird in verschiedenen Sprachen angeboten, darunter auch Deutsch, und ist ein unvergessliches Erlebnis, das Sie nicht verpassen sollten.

Der Unvollendete Obelisk – Einblick in antike Steinmetzkunst

Im nördlichen Steinbruch von Assuan liegt einer der faszinierendsten archäologischen Funde Ägyptens: der Unvollendete Obelisk. Mit einer Länge von etwa 42 Metern und einem geschätzten Gewicht von 1.200 Tonnen wäre er der größte jemals gehauene Obelisk geworden – fast doppelt so schwer wie jeder andere bekannte Obelisk.

Der Obelisk wurde nie fertiggestellt, da während der Arbeit Risse im Granit auftraten. Die antiken Steinmetze mussten das Projekt aufgeben, und der gigantische Steinblock blieb an drei Seiten noch mit dem Grundgestein verbunden. Für moderne Archäologen ist dies ein Glücksfall, denn nirgendwo sonst kann man die antiken Techniken der Steinbearbeitung so gut studieren.

Besucher können entlang des Obelisken laufen und die Bearbeitungsspuren deutlich erkennen. Die Ägypter verwendeten Dolerit-Kugeln, extrem harte Steine, mit denen sie den Granit in mühevoller Handarbeit bearbeiteten. Tausende von Arbeitern hämmerten rhythmisch auf den Stein, um ihn zu formen. Man schätzt, dass die Arbeiten an diesem Obelisken mehrere Jahre gedauert hätten.

Der Besuch des Steinbruchs vermittelt einen tiefen Respekt vor den technischen Fähigkeiten und der unglaublichen Ausdauer der altägyptischen Handwerker. Hier wird deutlich, dass die monumentalen Bauwerke Ägyptens nicht durch außerirdische Hilfe oder verlorene Hochtechnologie entstanden, sondern durch menschliche Arbeitskraft, Geschick und Geduld.

Nubische Dörfer – Authentische Kultur erleben

Gharb Soheil – Das malerische Inseldorf

Ein Besuch in einem nubischen Dorf gehört zu den authentischsten Erlebnissen in Assuan. Das Dorf Gharb Soheil auf einer Insel im Nil ist besonders beliebt bei Touristen, hat dabei aber seinen ursprünglichen Charakter weitgehend bewahrt. Die Häuser sind in leuchtenden Farben gestrichen – Blau, Gelb, Orange und Grün –, was der Siedlung ein fröhliches, lebendiges Aussehen verleiht.

Die Nubier haben eine reiche Tradition der Hausmalerei. Die Wände sind nicht nur einfarbig, sondern oft mit traditionellen Motiven verziert: geometrische Muster, Palmen, Krokodile und Darstellungen der Pilgerreise nach Mekka. Diese Kunstwerke erzählen Geschichten und zeigen den Stolz der Bewohner auf ihre Kultur und Religion.

Nubische Gastfreundschaft

Bei einem Dorfbesuch werden Sie in einem traditionellen nubischen Haus empfangen. Die Gastgeber bieten Ihnen Hibiskus-Tee (Karkadeh) an, ein erfrischendes rotes Getränk, das kalt oder heiß serviert wird. Dazu gibt es oft selbstgebackenes Brot und lokale Spezialitäten. Die Nubier sind außerordentlich gastfreundlich und stolz darauf, ihre Kultur mit Besuchern zu teilen.

In vielen Häusern werden Sie Krokodile sehen – allerdings nicht mehr lebend, sondern als mumifizierte Souvenirs oder als zahme Haustiere (meist Jungtiere). In der nubischen Tradition galten Krokodile als heilige Tiere, die Schutz brachten. Heute sind sie eher eine touristische Attraktion, aber die Verbindung zu diesen Reptilien ist kulturell tief verwurzelt.

Nubisches Kunsthandwerk

Die nubischen Dörfer sind ausgezeichnete Orte, um authentisches Kunsthandwerk zu kaufen. Besonders schön sind die handgewebten Körbe mit bunten geometrischen Mustern, die aus Palmblättern gefertigt werden. Jedes Muster hat eine Bedeutung und ist einzigartig. Auch nubischer Schmuck, besonders Halsketten und Armbänder aus bunten Perlen, sind beliebte Souvenirs.

Die Preise in den Dörfern sind oft fairer als in den touristischen Basaren von Luxor oder Kairo, da Sie direkt bei den Handwerkern kaufen. Handeln ist dennoch üblich, sollte aber respektvoll und mit einem Lächeln geschehen. Denken Sie daran, dass Ihr Kauf das Einkommen dieser Familien direkt unterstützt und zum Erhalt traditioneller Handwerkstechniken beiträgt.

Der Assuan-Staudamm – Technisches Meisterwerk

Der Hochdamm und seine Bedeutung

Der Assuan-Hochdamm, 1970 fertiggestellt, ist eines der größten Ingenieurprojekte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Höhe von 111 Metern, einer Länge von 3.830 Metern und einer Breite von fast einem Kilometer an der Basis ist er eine beeindruckende Konstruktion. Der Damm staut den Nil zum riesigen Nasser-See auf, der sich über 500 Kilometer nach Süden bis in den Sudan erstreckt.

Das Bauwerk hat Ägypten grundlegend verändert. Es kontrolliert die jährlichen Nilüberschwemmungen, die zwar fruchtbaren Schlamm brachten, aber auch oft verheerend waren. Der Damm ermöglicht ganzjährige Bewässerung und macht mehrere Ernten pro Jahr möglich. Die zwölf Turbinen des Kraftwerks erzeugen etwa die Hälfte des ägyptischen Strombedarfs.

Kontroversen und ökologische Auswirkungen

Trotz seiner Vorteile hatte der Damm auch negative Auswirkungen. Über 100.000 Nubier mussten ihre angestammten Dörfer verlassen, die im entstehenden See versanken. Sie wurden in neu gebaute Siedlungen nördlich von Assuan umgesiedelt, verloren aber ihre Heimat und viele ihrer Traditionen. Diese Tragödie prägt die nubische Gemeinschaft bis heute.

Ökologisch führte der Damm zu erheblichen Veränderungen. Der fruchtbare Nilschlamm wird nun im See zurückgehalten, was den Einsatz von Kunstdünger notwendig macht. Die Fischbestände im Mittelmeer sind zurückgegangen, da weniger Nährstoffe ankommen. Zudem bedroht die Versalzung zunehmend landwirtschaftliche Flächen, da das ständig stehende Wasser aufsteigt.

Besichtigung des Staudamms

Die Besichtigung des Staudamms selbst ist kostenlos und bietet beeindruckende Ausblicke auf den gewaltigen Nasser-See und die endlose Wüstenlandschaft. Auf der Dammkrone befindet sich ein Lotus-förmiges Monument zur Erinnerung an die ägyptisch-sowjetische Zusammenarbeit beim Bau (die Sowjetunion finanzierte und unterstützte das Projekt maßgeblich). Von hier aus können Sie auch den älteren, britischen Assuan-Damm aus dem Jahr 1902 sehen.

Fotografieren ist am Staudamm erlaubt, allerdings gibt es Beschränkungen in bestimmten Bereichen aus Sicherheitsgründen. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird und die Temperaturen erträglicher sind.

Felukenfahrt – Romantik auf dem Nil

Eine Fahrt mit der Feluke, dem traditionellen ägyptischen Segelboot, ist ein absolutes Muss in Assuan. Diese eleganten Boote mit ihren großen dreieckigen Segeln gleiten lautlos über das Wasser und bieten eine friedliche Perspektive auf die Stadt und die umliegende Landschaft.

Die beste Zeit für eine Felukenfahrt ist der späte Nachmittag bis Sonnenuntergang. Das Licht wird golden, die Temperaturen angenehmer, und Sie erleben den magischen Moment, wenn die Sonne hinter den Wüstenhügeln versinkt und den Himmel in spektakuläre Farben taucht. Viele Feluken-Kapitäne sind Nubier, die während der Fahrt traditionelle Lieder singen und Geschichten über den Nil erzählen.

Eine typische Felukenfahrt dauert zwischen einer und zwei Stunden. Die Route führt oft um die Elephantine-Insel herum, vorbei am Botanischen Garten auf Kitchener’s Island, und bietet Ausblicke auf das Mausoleum des Aga Khan, das hoch auf einem Hügel am Westufer thront. Einige Touren beinhalten einen Stopp auf einer Insel für Tee und Entspannung.

Für die ganz Abenteuerlustigen gibt es auch mehrtägige Felukenfahrten von Assuan nach Luxor oder umgekehrt. Diese gemächlichen Reisen dauern zwei bis drei Tage, Sie übernachten an Bord oder am Ufer unter dem Sternenhimmel, und erleben den Nil auf die ursprünglichste Art. Es ist eine einfache, aber unglaublich romantische Art zu reisen.

Elephantine Island – Archäologie und Natur

Die Elephantine-Insel ist die größte Insel bei Assuan und ein faszinierendes Ziel für geschichtlich Interessierte. Der Name stammt vermutlich von den elefantenförmigen Granitfelsen am Ufer oder von der Tatsache, dass hier einst mit Elfenbein gehandelt wurde. Die Insel war seit prähistorischen Zeiten bewohnt und spielte eine wichtige Rolle als Grenzposten zwischen Ägypten und Nubien.

Auf der Insel befinden sich umfangreiche archäologische Ausgrabungen, die verschiedene Epochen dokumentieren. Der Tempel des Chnum, des widderköpfigen Schöpfergottes, ist teilweise rekonstruiert und vermittelt einen Eindruck von der religiösen Bedeutung der Insel. Ein Nilometer, ein antikes Gerät zur Messung des Nilwasserstands, ist besonders gut erhalten und zeigt die Bedeutung der Nilflut für die ägyptische Zivilisation.

Das Assuan-Museum auf der Insel beherbergt eine Sammlung von Artefakten aus der Region, darunter mumifizierte Widder, die dem Gott Chnum heilig waren, und Funde aus verschiedenen Epochen. Besonders interessant ist die nubische Abteilung, die die Kultur der ursprünglichen Bewohner der Region dokumentiert.

Der südliche Teil der Insel wird noch von zwei nubischen Dörfern bewohnt, deren bunte Häuser einen schönen Kontrast zu den antiken Ruinen bilden. Ein Spaziergang durch diese Dörfer bietet authentische Einblicke in das Alltagsleben und die Möglichkeit, in lokalen Cafés Tee zu trinken und die entspannte Atmosphäre zu genießen.

Kitchener’s Island – Der botanische Garten

Kitchener’s Island, auch bekannt als Geziret el-Nabatat (Pflanzeninsel), ist ein grünes Paradies mitten im Nil. Die kleine Insel wurde Ende des 19. Jahrhunderts dem britischen General Horatio Kitchener geschenkt, der dort einen botanischen Garten anlegte. Heute ist der Garten öffentlich zugänglich und ein beliebtes Ziel für einen entspannten Nachmittagsausflug.

Der Garten beherbergt exotische Pflanzen aus aller Welt, besonders aus Afrika und Asien. Schattige Palmenalleen, duftende Blumenbeete und seltene Bäume schaffen eine Oase der Ruhe. Für Vogelbeobachter ist die Insel ein Paradies, da zahlreiche einheimische und Zugvögel in den Bäumen nisten.

Der Zugang zur Insel erfolgt ausschließlich per Boot. Viele kombinieren den Besuch mit einer Felukenfahrt, was die Anreise zu einem Teil des Erlebnisses macht. Auf der Insel gibt es schattige Plätze zum Picknicken und Entspannen – bringen Sie eine Decke und Snacks mit. Es gibt auch ein kleines Café, das Erfrischungen anbietet.

Das Mausoleum des Aga Khan

Hoch auf einem Hügel am westlichen Nilufer erhebt sich das imposante Mausoleum von Sir Sultan Muhammad Shah, dem Aga Khan III., spirituellem Oberhaupt der ismailitischen Muslime. Das Gebäude im Stil fatimidischer Architektur ist aus rosafarbenem Sandstein erbaut und fällt durch seine elegante Kuppel auf.

Der Aga Khan III. liebte Assuan und verbrachte viele Winter hier. Nach seinem Tod 1957 wurde er in diesem eigens errichteten Mausoleum beigesetzt. Seine Witwe, die Begum Aga Khan, besuchte das Grab täglich und legte eine frische Rose darauf, solange sie in Assuan war – eine Tradition, die zur Legende wurde.

Das Mausoleum ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, kann aber von außen bewundert werden. Der Aufstieg ist anstrengend, besonders bei Hitze, wird aber mit spektakulären Ausblicken auf Assuan, den Nil und die umliegende Wüste belohnt. Am besten besuchen Sie das Mausoleum am späten Nachmittag, wenn das Licht die Fassade in warmes Gold taucht.

Unterhalb des Mausoleums befinden sich die Gräber der Noblen, felsengeschnittene Gräber aus dem Alten und Mittleren Reich. Diese sind zugänglich und bieten interessante Einblicke in die Bestattungskultur der altägyptischen Elite von Elephantine.

Kalabscha-Tempel und andere Tempel am Nasser-See

Der Kalabscha-Tempel ist der größte freistehende Tempel Nubiens und wurde wie viele andere Monumente vor den Fluten des Nasser-Sees gerettet. Der dem Gott Mandulis gewidmete Tempel stammt aus römischer Zeit und beeindruckt durch seine gut erhaltenen Reliefs und die harmonische Architektur.

Die Fahrt zum Kalabscha-Tempel führt über den Nasser-See und dauert etwa 30 Minuten von Assuan aus. Die Umgebung ist spektakulär – das türkisfarbene Wasser kontrastiert mit der goldenen Wüste, und die Stille wird nur vom Motorengeräusch des Bootes durchbrochen. Bei der Ankunft können Sie den Tempel in relativer Einsamkeit erkunden, da nur wenige Touristen hierher kommen.

Nahe dem Kalabscha-Tempel befinden sich zwei weitere kleinere Tempel: der Beit el-Wali, ein Felsentempel Ramses II. mit lebhaften Kampfszenen, und der Kiosk von Qertassi mit seinen eleganten Säulen. Alle drei wurden an diesen Ort versetzt und bilden nun ein archäologisches Ensemble.

Für besonders Interessierte lohnt sich eine längere Tour zu weiter entfernten Tempeln am Nasser-See wie Wadi es-Sebua, Amada und Qasr Ibrim. Diese Ausflüge dauern meist einen ganzen Tag und erfordern eine spezielle Genehmigung, bieten aber die Möglichkeit, Tempel zu sehen, die kaum ein Tourist besucht.

Praktische Informationen für Ihre Assuan Ausflüge

Beste Reisezeit für Assuan

Die optimale Reisezeit für Assuan ist von Oktober bis April. In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm, mit Tageswerten zwischen 20 und 30 Grad Celsius. Die Nächte können im Winter kühl werden, besonders im Dezember und Januar, also bringen Sie eine leichte Jacke mit.

Die Sommermonate Mai bis September sind extrem heiß mit Temperaturen, die regelmäßig über 40 Grad steigen. Besichtigungen sind dann sehr anstrengend und sollten auf die frühen Morgenstunden beschränkt werden. Allerdings sind in dieser Zeit die Preise deutlich niedriger und die Touristenmassen deutlich geringer.

Aufenthaltsdauer in Assuan

Für einen umfassenden Besuch von Assuan sollten Sie mindestens zwei bis drei volle Tage einplanen. Der erste Tag kann den Sehenswürdigkeiten in und um Assuan gewidmet werden: Philae-Tempel, Unvollendeter Obelisk, Staudamm, Felukenfahrt und nubisches Dorf. Der zweite Tag ist ideal für den Ausflug nach Abu Simbel. Ein dritter Tag ermöglicht entspanntere Erkundungen oder zusätzliche Ausflüge wie zum Kalabscha-Tempel.

Unterkunft in Assuan

Assuan bietet Unterkünfte für jedes Budget. Das legendäre Old Cataract Hotel, wo Agatha Christie Teile ihres Romans „Tod auf dem Nil“ schrieb, ist die luxuriöseste Option mit atemberaubendem Blick auf den Nil. Moderne Alternativen sind das Sofitel Legend oder das Mövenpick Resort auf Elephantine Island.

Für mittlere Budgets gibt es zahlreiche gute Drei- und Vier-Sterne-Hotels entlang der Corniche, der Uferpromenade. Budget-Reisende finden einfache, aber saubere Hostels und Guesthouses, oft mit Dachterrassen und tollem Nilblick. Viele Unterkünfte bieten Komplettservices für die Organisation von Ausflügen an.

Transport und Fortbewegung

Assuan ist klein genug, um es zu Fuß zu erkunden, zumindest den Bereich entlang der Corniche. Für weitere Strecken stehen Taxis zur Verfügung, die Sie für einzelne Fahrten oder tageweise mieten können. Vereinbaren Sie den Preis immer im Voraus.

Traditionelle Pferdekutschen (Caleches) sind eine romantische Art, die Stadt zu erkunden. Eine Fahrt entlang der Corniche bei Sonnenuntergang ist ein schönes Erlebnis. Auch hier sollten Sie den Preis vorher aushandeln.

Für Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadt buchen Sie am besten organisierte Touren über Ihr Hotel oder einen lokalen Reiseveranstalter. Dies ist oft günstiger und bequemer als individuelle Organisation.

Sicherheit und Gesundheit

Assuan gilt als sehr sichere Stadt für Touristen. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, und die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Dennoch sollten Sie die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten: Wertsachen im Hotelsafe lassen, nachts belebte Gegenden bevorzugen und auf Ihre Taschen achten.

Gesundheitlich ist die größte Herausforderung die Hitze, besonders im Sommer. Trinken Sie viel Wasser, tragen Sie Sonnenschutz und einen Hut, und vermeiden Sie Anstrengungen in der Mittagshitze. Leitungswasser sollte nicht getrunken werden – verwenden Sie Flaschenwasser.